01.08.2016

Schon wieder TTIP - Leserbrief

Langsam frage ich mich, was die Wetterauer Zeitung davon hat, dass sie regelmäßig Jubelarien auf das Handelsabkommen TTIP in den Kommentaren bringt. Es ist ja nicht so, dass die Herren Kommentatoren ausgewiesene Jura-Experten sind, oder Wirtschaftswissenschaftler, oder überhaupt von den TTIP-Dokumenten irgend etwas schon gelesen hätten.
Nichtsdestotrotz wird gejubelt, wie toll TTIP ist und wie unbedingt dieses Abkommen zwischen Deutschland und USA abgeschlossen werden muss. Weiteres tolles Argument: wenn wir es nicht tun, tun es die Engländer nach dem Ausstieg aus der EU ganz bestimmt.

Hier ist mein Leserbrief als Antwort auf den Kommentar von Hr. Wais vom 27.07.2016, neben Hr. Gillies einer der beiden TTIP-Claqueure der WZ.
Zur Abwechslung mal wieder ein Kommentar von Hr. Wais zum Thema TTIP. Immerhin beschimpft er die TTIP-Kritiker nicht als "Anti-Amerikaner" wie Hr. Gillies neulich.
Nichtsdestotrotz hat auch er keine Argumente für TTIP, die über Mutmaßungen hinausgehen.
Immerhin hat er erkannt, dass die Mär von den angeblichen Millionen neuen Arbeitsplätzen tatsächlich genau das ist: eine Mär.
Im Kommentar ist zu lesen, dass TTIP Arbeitsplätze "sichert", "wenn nicht sogar neue schafft". Das klingt doch schon ganz schön defensiv im Vergleich zu den vorherigen Jubelarien.

Der Hinweis auf die Abgasregelungen ist leider ungewollt ironisch, wie wir seit einiger Zeit nicht nur bei VW beobachten. Selbst wenn die Grenzwerte noch so streng sind, findet jemand ein Hintertürchen wie z.B. die Umgebungsbedingungen, bei denen die Grenzwerte nicht eingehalten werden müssen. Bei manchen Wagen wird die Abgasregelung unter 10 und über 30 Grad Celsius einfach abgeschaltet, und schon ist alles in Butter. Da auch hier wieder durch Lobbyarbeit (vermute ich) die Gesetzestexte hinreichend schwammig sind, hat jeder erreicht, was er wollte - strenge Normen zur Beruhigung der Öffentlichkeit, Hintertürchen für eine "preiswerte" Umsetzung bei Entwicklung und Fertigung.

Leider wird schon wieder das Chlorhühnchen erwähnt, das eigentlich noch das geringste Problem an TTIP ist. Ich befürchte aber, dass durch die pausenlose Wiederholung dieses einen Stichworts am Ende TTIP doch noch gewinnt, weil irgend jemand das "Chlorhühnchen" aus dem Vertragstext entfernen konnte und dies als riesigen Erfolg feiert.

Grundsätzlich hat TTIP aber ganz andere Probleme: der Bundestag soll über einen Vertrag abstimmen, ohne ihn ausführlich lesen und beraten zu können.
Das TTIP-Abkommen, genauso wie CETA und TISA, wird unter größter Geheimhaltung verhandelt. Der streng kontrollierte Leseraum für Abgeordnete ist lächerlich, und selbst die handschriftlichen (!) Notizen kann er nicht mit seinen fachkundigen Mitarbeitern diskutieren, so geheim ist das alles. Ein eigenes vollständiges Exemplar der Texte gibt es schon gar nicht für unsere gewählten Volksvertreter.

Der Bundestag und das EU-Parlament sollen am Ende über einen internationalen Vertrag ohne Kündigungsmöglichkeit abstimmen, ohne ihn zu kennen und zu verstehen? Einen Vertrag, der die eigene Gerichtsbarkeit aushebelt und über Schiedsgerichte ein einseitiges Klagerecht von Konzernen gegen Staaten etabliert, gegen das es keine Widerspruchs- und Berufungsmöglichkeit gibt? Na vielen Dank, ihr Lobby-Organisationen. Damit wird unsere Souveränität privatisiert.

Insbesondere ist vorgesehen, dass Firmen gegen unliebsame Gesetze klagen und Schadenersatz wegen entgangener Gewinne vor einem Schiedsgericht einklagen können.
Dort, wo es schon vergleichbare Abkommen gibt, ist das auch tatsächlich schon geschehen, in Australien, Kanada oder Ecuador z.B. klagen Firmen Milliarden ein, wenn ihnen Gesetze z.B. zum Verbraucherschutz (Nikotin) oder zum Fracking (Ölförderung) nicht passen.

Selbst wenn es also ein Politiker schafft, das "Chlorhühnchen" publikumswirksam aus dem Vertrag entfernen zu lassen, würde es durch eine Klage vor einem solchen Schiedsgericht schneller wieder nach Deutschland zurückkehren, als wir uns umgucken können. Schließlich ist es ja ein Handelshemmnis! Und wer weiß, was mit Abgasnormen passiert? Dagegen könnte man doch auch klagen, wenn in einem anderen Land schwächere Normen gelten!

"Wer mehr Wettbewerb will, muss gegen TTIP sein." Mit diesen Worten warnt der Co-Präsident des Club of Rome, Ernst Ulrich von Weizsäcker, vor dem transatlantischen Freihandelsabkommen mit den USA. Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

14.07.2016

Abschiedsrede für die Schulabgänger 2016 der Singbergschule


Liebe Schulabgänger,
heute werden viele Reden gehalten, es gibt ein großes Programm, deshalb will sich der Elternbeirat kurz fassen im Sinne einer Empfehlung von Mark Twain: "Eine gute Rede hat immer einen guten Anfang und ein gutes Ende - und beide sollten möglichst dicht beieinander liegen."
Ihr habt Euch ein Lied von Revolverheld als Thema für die Feier ausgesucht, das gleichzeitig optimistische und melancholische Töne anschlägt. Dieses Lied spricht schon von einem Jahrgangstreffen – das liegt für Euch noch in der Zukunft, aber ich finde es toll, rechtzeitig daran zu denken.
Im Lied ist die Rede von
Alte Freunde wiedertreffen
Manche sind geblieben
Andere kommen heut von weit her
Doch uns're Freundschaft ist geblieben
Das kann uns keiner nehmen

Nach der Schule ist mitten im Leben.
Jeder von Euch wird seinen Weg gehen. Die Singbergschule hat Euch gut darauf vorbereitet. Einige werden wegziehen, andere werden hier irgendwo in der Nähe bleiben. Bleibt in Kontakt und bildet Netzwerke – das ist heutzutage leichter denn je. Es ist immer gut, wenn man überall Freunde hat.
Das Lernen wird nicht aufhören – entweder in der Ausbildung, in einer weiteren Schule, oder vielleicht sogar an einer Hochschule. Bleibt neu-gierig – gierig auf Neues!
Der spanische Philosoph Ortega y Gasset hat einmal gesagt: „Freiheit ist der Zwang, sich entscheiden zu müssen.“
Ich z.B. entscheide mich jetzt dazu, die Rede zu beenden.
In diesem Sinne:
Lasst uns die Gläser heben
Die Stadt wird hell und wir trinken auf's Leben


25.06.2016

Zahlensysteme umwandeln in perl

Angeregt durch eine Diskussion mit einem Kollegen vor einiger Zeit, und jetzt nochmal in einem Facebook-Kommentar, habe ich ein kleines Perl-Skript geschrieben, mit dem man Zahlen von einem Zahlensystem in ein anderes umrechnen kann.

Dabei können sowohl Ausgangs- als auch Zielsystem beliebige Basis haben, man muss beim Aufruf angeben, von wo nach wo umgewandelt werden soll. Im Moment funktioniert es nur bis Basis 16. Wer größere Werte braucht, findet leicht die eine Stelle im Code, die geändert werden muss ;). In Vorlesungsskripten steht dann üblicherweise " ... left as an exercise for the reader".

Als kleines Bonbon ist es auch möglich, nicht nur die Zahlen auszugeben, sondern alternativ auch die ASCII-Zeichen, die diesen Werten entsprechen.

Damit kann man dann lustige, leicht unverständliche Kommentare schreiben wie

> 1000010 1101001 1101110 1100001 1100101 1110010 1100011 1101111 1100100 1100101 1101001 1110011 1110100 1100110 1110101 1100101 1110010 1010111 1100101 1101001 1100011 1101000 1100101 1101001 1100101 1110010 100001
>  01001110 01101001 01111000 00100000 01100100 01100001 00101100 00100000 01001000 01100101 01111000 00100000 01101001 01110011 01110100 00100000 01100110 11000011 10111100 01110010 00100000 01000110 01100001 01110101 01101100 01100101 01101110 01111010 01100101 01110010 00100001
 >  53 65 6c 62 73 74 76 65 72 73 74 61 65 6e 64 6c 69 63 68 2c 50 72 6f 67 72 61 6d 6d 69 65 72 65 72 73 69 6e 64 66 61 75 6c 3b 2d 29

So wird es benutzt:

$ ./code.pl -i16 -o2 48 61 6c 6c 6f
# out: 1001000 1100001 1101100 1101100 1101111

$ ./code.pl -a -i16 -o2 48 61 6c 6c 6f
# asc: Hallo

$ ./code.pl -a -i2 -o16 01101000 01100001 00100000 01101000 01100001
# asc: ha ha

$ ./code.pl -i10 -o2 1 2 3 4 5
# out: 1 10 11 100 101


#!/usr/bin/perl -w

use strict 'vars';
use strict 'refs';

use Getopt::Std;

use vars qw($opt_i $opt_o $opt_a $opt_v);

my ($in,$out,$inbase,$outbase,$ok);
my $chars="0123456789abcdef";

sub from {
    my $v=0;
    if ($inbase==1) {
        $v=ord($_[0]);
    }
    else {
        print "# c: " if ($opt_v);
        for my $c (split(//,$_[0])) {
            print ".$c" if ($opt_v);
            my $t=index($chars,lc($c));
            $v=($v*$inbase)+$t;
        }
        print " ($v)\n" if ($opt_v);
    }
    return $v;
}

sub to {
    my $c="";
    if ($outbase==1) {
        $c=chr($_[0]);
        print ".$c" if ($opt_v);
    }
    else {
        my $v=$_[0];
        while ($v>0) {
            my $t=$v%$outbase;
            $c=substr($chars,$t,1).$c;
            $v=int($v/$outbase);
            print ".$v%$t" if ($opt_v);
        }
        print " ($c)\n" if ($opt_v);
        $c=" ".$c;
    }
    return $c;
}

getopts("avi:o:");
$ok=0;
my $asc="";

if ($opt_i) { $inbase =$opt_i; $ok|=1; }
if ($opt_o) { $outbase=$opt_o; $ok|=2; }
if ($ok!=3) {
    print STDERR "# unknown base!\n";
    exit(1);
}

if ($#ARGV>=0) { $in=join(" ",@ARGV); }
else { $in=<>; }

print "# from: $inbase\n"  if ($opt_v);
print "# to  : $outbase\n" if ($opt_v);

if ($inbase==1) {
    $in=join(" ",split(//,$in));
}
foreach my $word (split(/\s+/,$in)) {
    my ($c,$a);

    print "# w: $word\n" if ($opt_v);
    $c=from($word);
    print "# c: $c\n" if ($opt_v);
    $a=to($c);
    $asc.=chr($c);
    $out.=$a;
}

print "# out:$out\n" unless ($opt_a);
print "# asc: $asc\n" if ($opt_a);

23.06.2016

X-Men: Apocalypse - Kino

Tja, nach Captain America 3 nun die nächste Comic-Verfilmung von Marvel.

Der neue X-Men-Film hat mich ziemlich ratlos zurückgelassen. Einzelne Schauspieler fand ich herausragend (weiter unten mehr). Kurze Zusammenfassung: der  Supermutant En Sabah Nur erwacht nach Jahrtausenden wieder und will die Erde in Schutt und Asche legen, um auf den Trümmern ein Mutantenimperium zu errichten ("survival of the strongest", nicht wie bei Darwin "... the fittest").

In Summe fand ich den Film technisch ok, aber inhaltlich mäßig.

Generell muss ich ja sagen, dass ich es sehr merkwürdig finde, wenn die Comicfiguren an verschiedene Vermarktungsfirmen vermietet werden und damit verschiedene, vollkommen getrennte Welten entstehen. In den Comics existieren alle Figuren nebeneinander (gut, es gibt die Alternativwelt-Comics und bei DC sowas wie Erde-2, Erde-3, Erde-616 ...), und gelegentlich gibt es auch mal Crossover, bei denen sich die Figuren gegenseitig besuchen. Langsam scheint sich hier die Situation zu entspannen, was man neulich daran sah, dass Spiderman in Cap 3 auftauchen "durfte", obwohl er bislang von Sony vermarktet wurde. Mal schauen, ob das noch weiter geht ... Die Comic-Universen sind ja bislang strikt getrennt, es gibt X-Men, Avengers, Spiderman, Die Fantastischen 4 und das DC-Universum (Superman, Batman, Green Lantern, Wonder Woman, Flash, ...) ist ja davon ebenfalls streng getrennt.

Erik "Magneto" Lehnsherr ist ein toller Charakter und Michael Fassbender spielt ihn sehr vielschichtig. Nach den Geschehnissen mit der Zeitreise in "Days of future past" (von der außer Wolverine und Xavier niemand weiß, weil ja eben die Vergangenheit geändert wurde) hat er sich zurückgezogen und verzichtet auf den Einsatz seiner Kräfte. Ausgerechnet beim Versuch, einen Arbeitskollegen im Stahlwerk zu retten, offenbart er sich und die Angst der "normalen" Menschen führt zu einer persönlichen Tragödie, durch die er zu einem Gefolgsmann von En Sabah Nur wird, der ihm Rache bietet und seine Kräfte weiter verstärkt.

Mystique taucht wieder auf - sie arbeitet im Untergrund und zeigt sich getarnt, aber nicht in ihrer normalen, blauen Gestalt. Sie sammelt weltweit Mutanten, die in üblen Situationen stecken, z.B. Kurt "Nightcrawler" Wagner bei einem inszenierten Schaukampf, und hilft ihnen bei der Flucht mittels einer Art Mutanten-Untergrundbewegung. Ansonsten hat sie von ein paar Action-Szenen im Kampf gegen En Sabah Nur abgesehen keine hervorstechenden Eigenschaften im Film.

Natürlich gibt es Verbündete auf beiden Seiten und auch neue Figuren, die man aus den Comics kennt, tauchen auf. Die Figur "Angel" aus den ersten drei Filmen wird - ähnlich wie Wolverine - metallisch "gehärtet" und ist einer der vier Reiter der Apokalypse, genau wie Psylocke, Storm und Magneto. In der neuen Zeitlinie ist Angel ein flach gezeichneter gnadenloser Kämpfer ohne Hintergrund.

Mal sehen ... welche Mutanten sind mir aufgefallen ... Große Rollen spielen Hank "Beast" McCoy, Scott "Cyclops" Summers (nicht verwandt mit Buffy ;-) ), und Quicksilver taucht als Magnetos Sohn wieder auf, allerdings nicht Wanda "Scarlet Witch" Maximoff, was ich als Gesamtsituation etwas verwirrend finde, weil sie als Geschwisterpaar bei "Captain America" sind, aber dort wiederum nicht als Magnetos Kinder. Die Szene, in der Quicksilver das gesamte Haus evakuiert, während die Explosion sich im Zeitlupentempo ausbreitet, ist noch genialer gemacht als Eriks Befreiung im vorherigen Film.

Quicksilver verzichtet bei der Konfrontation darauf, sich als Eriks Sohn zu offenbaren - er will sich vermutlich noch über seine Beziehung zu ihm klar werden, nachdem er die gnadenlose Seite seines Vaters kennenlernt, der rücksichtslos alles zerstört, um neue Bauten für seinen Meister zu errichten. In den Credits taucht übrigens auch der "Pizza dog" auf, ein häßlicher Mops, dem der größte Teil seiner Pizza geklaut wird.

Auch wenn er eine der Hauptpersonen ist, hat für mich Xavier keine besonders große Rolle gespielt. Immerhin wissen wir jetzt, warum er eine Glatze hat - es ist nicht das Testosteron, sondern der abgebrochene Versuch von En Sabah Nur, den Körper zu übernehmen. Er hat Cerebro bedient und übermittelt Nurs Botschaft an die Menschheit, aber überzeugend war der Charakter in diesem Film nicht.

Wolverine taucht auf - Stryker hat ihn auch in dieser neuen Zeitlinie zum Adamantium-gestählten Kämpfer gemacht und ihn einer Gehirnwäsche unterzogen, durch die er sich an nichts erinnert. Jean Grey befreit ihn und kann ihm einen Teil seiner Erinnerung zurückgeben, bevor er aus Strykers Geheimlabor flieht. Wie wir aus dem Ende von "Days of future past" wissen, wird er in dieser Zeitlinie später zum X-Team stoßen und Lehrer an der "School for gifted youngsters". Vermutlich sehen wir einen Teil seiner Odyssee bis dahin im nächsten Wolverine-Film.

Die gesamte Situation von der Entführung der X-Küken, ihre Befreiung und die Rückkehr wirken allerdings etwas gekünstelt in den Film gebastelt, um die Überleitung zu den nächsten Filmen herzustellen. Mich würde mal interessieren, was passiert, wenn Adamantium und Vibranium aufeinander treffen würden. Caps Schild hat ja beträchtliche Kratzer von Black Panthers Krallen bekommen ...

Erst gegen Ende, als sich En Sabah Nur in seiner Hybris auch gegen Mutanten wendet, vereinen sich alle zum Team X und bekämpfen ihn gemeinsam, sogar Magneto und Storm wechseln die Seiten; Psylocke verdrückt sich unauffällig und vermeidet, eine Seite zu wählen. Diese Wende im Film war absolut nachvollziehbar geschildert - im Detail hat mich allerdings gewundert, wie sich Jean Greys Kräfte manifestieren, nachdem sie "on the go" gelernt hat, sie zu entfesseln. Ich hatte eher erwartet, dass sie sich geistig mit Xavier verbindet, um En Sabah Nur zu bekämpfen. Stattdessen wird er durch einen körperlichen Angriff besiegt.

Was mich vollkommen ratlos zurücklässt, ist die Tatsache, dass der Film die Menschen vollkommen passiv darstellt - man sieht nur gelegentlich Schnitte, dass die Militärs weltweit ratlos durcheinander reden. An keiner Stelle wird darauf eingegangen, dass En Sabah Nur mit Magnetos Hilfe mehrere Großstädte vollständig zerstört und aus dem Rohmaterial seinen Pyramidenpalast errichtet.

Die Motivation von En Sabah Nur besteht auch nur daraus, alles kaputt zu machen und zu sehen, wer überlebt. Das ist mir viel zu flach. Hingegen ist der Charakter von Erik vielschichtig: als Kind im KZ, das zuschauen muss, wie die Mutter erschossen wird, später als Jäger der nach Südamerika geflüchteten Nazis, als Ehemann und Vater einer Tochter, und als durchaus zum Nachdenken fähiger Mutant, der darauf verzichtet, zu töten und mit Xavier hofft, dass sich Menschen und Mutanten zusammen raufen. Der Wendepunkt, sich Apocalypse anzuschließen, war psychologisch raffiniert gewählt: dies findet in Auschwitz statt, direkt bei dem metallenen Tor, durch das Erik damals von seiner Mutter getrennt wurde und zum ersten Mal seine Kräfte erwachten. Hier gibt es eine elegante Blende zwischen den "alten" und "neuen" X-Men-Filmen.

Dieser Plan, die Welt vollständig zu zerstören, ist auch mein hauptsächlicher Kritikpunkt: unglaublich tolle CGI-Computergrafik mit viel Bumms, die aber am Ende vollständig ausblendet, dass dabei vermutlich Millionen von Menschen umgekommen sind - Kairo wird vollständig zerstört und auch andere Städte haben schwer zu leiden. Es gibt nirgends eine Reflexion darüber, wie sich Mutanten und Menschen zukünftig verhalten und obwohl es eindeutig einen Bösewicht gab, haben schätzungsweise alle "normalen" Menschen jetzt erstmal Angst vor den ausgeflippten Mutanten. Auch aus der Situation, dass alle Atomwaffen abgefeuert werden und harmlos im Weltall verpuffen, entwickelt sich wenig außer der resignierten Bemerkung am Schluss, dass die Menschheit schon wieder beginnt, aufzurüsten.

In Avengers 2 war die finale Situation hauptsächlich dadurch charakterisiert, dass die Avengers die Bevölkerung der Stadt retten und quasi nebenbei gegen Ultron kämpfen. Die Superhelden kümmern und sorgen sich um die "normalen" Menschen. Dieser Teil der Menschheit wird im X-Men-Film total ausgeblendet, abgesehen von ein paar kurzen Dialogen, dass die Menschen seit "Washington" von den Mutanten wissen.

Die Folgen der Zerstörung des Atomwaffenarsenals werden nicht mal thematisiert. Gut, es muss nicht *das* Topos sein wie bei Cap 3, dass die Superhelden formal reglementiert werden, aber es ist so eine gravierende Folge des Kampfes gegen den Bösewicht, dass das Fehlen dieses Sachverhalts massiv auffällt. Ein Randthema ist auch Stryker, der daran arbeitet, Mutanten für Forschungszwecke zu mißbrauchen, um Superkämpfer zu basteln, die - auf wessen Befehl auch immer - dann aktiv werden. Da die letzten Filme sich zeitlich in den 60ern (First Class), 70ern (Days of future past) und 80ern (Apocalypse) einordnen, hat mir auch gefehlt, ob es als Folge des Kalten Kriegs auch ein "sowjetisches" Mutantenteam gibt. Es würde mich wundern, wenn Stryker der einzige Militär ist, der das Potential der Mutanten erkannt hat. Sogar in der Perry-Rhodan-Serie war es naheliegend, dass ein Bösewicht (der "Overhead") ein Anti-Team von Mutanten aufbaut und versucht, nach der Macht zu greifen.

Unlogisch fand ich auch, dass En Sabah Nur seine Langlebigkeit dem Wechsel des Körpers verdankt und dabei Mutantenfähigkeiten ansammelt. Für den Wechsel bevorzugt er wiederum Mutanten und übernimmt mit dem Transfer auch ihre Kräfte. Das bedeutet also, dass die Fähigkeiten eine Eigenschaft des Körpers sind. En Sabah Nur "sammelt" aber diese Fähigkeiten und behält auch die alten, wenn er den Körper verlässt. Aber hey, es ist ein Comic ;)

Der Marvel-übliche Nachspann zeigt die Aufräumarbeiten in Strykers Basis und einen Mitarbeiter von "Essex Corp", der eine Blutprobe aus einem Safe entnimmt und zu anderen Proben in einen Koffer packt. Das lässt auf das Auftreten von Mr. Sinister in den nächsten Filmen schließen, möglicherweise werden mit diesen Blutproben Gen-Experimente durchgeführt und ein Wolverine-Klon erzeugt. Angeblich soll Wolverine 3 der letzte Film mit Hugh Jackman werden - schade, ich mag den Schauspieler sehr gern, und er füllt diese Rolle perfekt aus.

Auch die beiden vorherigen Wolverine-Filme haben mir sehr gut gefallen, in denen - in der früheren Zeitlinie - seine Kindheit, seine Behandlung mit Adamantium, sein Gedächtnisverlust und die obligatorische Liebesgeschichte erzählt wurden. Auch die Geschichte in Japan fand ich ok, obwohl mir nicht klar war, wie der Verlust seiner metallenen Krallen in die weitere Serienlogik passt. Aber das hat sich ja mit der Zeitreise und der Veränderung der Vergangenheit erledigt.

17.06.2016

Flash-Update auf Version 22

Mir fehlen langsam die Worte, wie die Versionsnummern inflationär in Höhen klettern. Google hat es mit Chrome vorgemacht, aus irgendwelchen Gründen macht es Mozilla mit Firefox und Thunderbird nach, und jetzt beschleunigt Adobe die Nummerierung des Flashplayers genauso.

Und weil mir die neuen Worte fehlen, nehme ich immer den alten Blogartikel, nur die Versionsnummern und die Links ändern sich ;)

Einen Hinweis muss ich aber nun doch noch einbauen: ab Ende Januar 2016 gibt  es keine freien Downloads der Installationsdateien mehr. Genaue Modalitäten sind noch nicht bekannt, Adobe hat nur bekannt gegeben, dass die Downloadlinks über die "distribution3.html"-Seite nicht mehr zur Verfügung stehen werden und man eine Adobe-ID und eine Business-Lizenz benötige.

Grade erst Version 16 (siehe meinen älteren Blogartikel von November 2015) und 17 (hier) und 18 (hier im Blog) und 19 (hier im Blog) und 20 (hier im Blog) und 21 (hier im Blog), jetzt schon 22 (mittlerweile zählt wohl auch ein Major release nicht mehr zu den besonders erwähnenswerten Ereignissen bei Adobe?). Wer sich selbst auf dem Laufenden halten will, kann das Blog des Security-Teams bei Adobe lesen oder als RSS abonnieren.

Wie üblich in ihrem freundlichen Service-Blog die passende Automation zum Herunterladen und Installieren. Falls ein Proxy verwendet wird, das "rem" bzw. "#" entfernen und eigene Proxy-Adresse eintragen.

Das Tool wget wird bei Windows noch benötigt wie hier beschrieben. Bei Linux sollte es schon vorhanden sein, da es von vielen anderen Programmen intern verwendet wird.

Für Windows wie üblich beide Varianten, ActiveX und Netscape Plugin (Achtung übrigens, Firefox wird demnächst das NPAPI komplett abschaffen - mal sehen, was Adobe und Flash dann machen).
@echo off

rem set http_proxy=http://192.168.100.100:3128/
set VNP=
22.0.0.209
set VAX=
22.0.0.209
set V=22
set H=fpdownload.macromedia.com
set P=/get/flashplayer/current/licensing/win
set AX=install_flash_player_%V%_active_x.exe
set NP=install_flash_player_%V%_plugin.exe

wget http://%H%%P%/%AX% -O flash-%VAX%_ax.exe
.\flash-%VAX%_ax -install
wget http://%H%%P%/%NP% -O flash-%VNP%_np.exe
.\flash-%VNP%_np -install

Für Linux 64 bit rpm (als root ausführen oder "sudo rpm" schreiben) gibt es nach wie vor "nur" Version 11, aber zur Abwechslung haben sich der Downloadlink und der Dateiname für .rpm geändert. Für .tar.gz-Format ist immer noch der erste Downloadlink gültig, deshalb belasse ich beide im Skript.
#!/bin/sh

# http_proxy=http://192.168.100.100:3128/

VL=11.2.202.632
H=fpdownload.macromedia.com

PL1=/get/flashplayer/current/licensing/linux
PL2=/get/flashplayer/pdc/${VL}


DL() { wget -N "$1/$2"; mv "$2" "$3"; }

echo Linux 64 bit rpm ...
DL http://${H}${PL2} \
   flash-plugin-${VL}-release.x86_64.rpm \
  
flash-${VL}.x86_64.rpm
rpm -F --force
flash-${VL}.x86_64.rpm
[20160617: Security-Bulletin von Adobe]
[20160713: Security Bulletin von Adobe]

27.05.2016

Captain America - Civil War

Der Hype in allen Medien war enorm - Marvel hat wirklich alles aufgeboten, um den Film schon Monate vorab ins Gespräch zu bringen. Instagram, Tumblr, Facebook, Twitter - überall gab es Werbebilder, Trailer, Teaser und was die Werbemaschinerie an Modewörtern noch alles aufbieten konnte. Als Merchandising-Artikel gab es jede Menge Tassen, T-Shirts und andere Andenken für Fans, um entweder zum "Team Cap" oder "Team Iron Man" zu gehören.
Unabhängig davon war natürlich klar, dass ich auf jeden Fall in den Film gehen muss. "Ant-Man" war der Schlusspunkt der sogenannten Phase 2, und mit Cap 3 beginnt die nächste Evolutionsstufe im Marvel Cinematic Universe, dem "Handlungsort" für die Kinofilme. Das MCU verwendet zwar die Figuren und Konzepte aus den Comics, aber erschafft eine eigenständige Handlung und eine ganz eigene Logik und vor allem auch Bildsprache. Die Handlung orientiert sich zwar grob an den schon veröffentlichten Comics, aber setzt sie nicht zwingend vollständig um. Das hat man nun auch bei Cap 3 gesehen. Die Comic-Vorlage ist sehr düster, und Steve Rogers stirbt dort. Im Kino hingegen stirbt niemand, da ja alle zu den "Guten" gehören und das Kinopublikum vermutlich auf tote Hauptpersonen anders reagieren würde als Comic-Leser. Die können sich demnächst darauf einstellen, dass es einen Sam Wilson (Falcon) als Cap geben wird, und auch Bucky Barnes hat ja in den Comics schon mal den Schild mit dem Stern getragen. Alles sehr verwirrend ;)
Zum Film selbst gibt es nicht viel zu sagen: entgegen den vorab bekannten Informationen war der Film über lange Strecken sehr ruhig, und die Charaktere konnten sich entwickeln. Das hat mir gut gefallen, der Film war kein bißchen langweilig, auch in den ruhigen Szenen. Die Action-Szenen hatten viel Bumms. Wir hatten uns für die 3D-Variante entschieden (Kind 2 und ich sind beides große Fans von Marvel- und DC-Comics), aber ehrlich gesagt lohnt es sich nicht, dafür mehr Geld auszugeben. Der Tiefeneindruck war vorhanden, aber es hat nichts zur "Experience" beigetragen. Ganz nett, aber mehr auch nicht.
Zur Handlung ganz kurz: die Ereignisse entwickeln sich absolut logisch. In Nigeria geschieht bei der Abwehr eines terroristischen Angriffs mit dem Ziel, eine Biowaffe zu stehlen, ein heftiger Kollateralschaden. Rumlo, der sich in Cap 2 als Bösewicht entpuppte, löst eine Bombe aus, die er versteckt am Körper trägt, um Rogers zu töten. Scarlett Witch kapselt die sich entwickelnde Explosion mit ihren Kräften ein und schleudert das flammende Inferno nach oben und seitlich weg - leider mitten hinein in ein Bürohochhaus. Das ist vermutlich der noch nicht perfekten Beherrschung ihrer Kräfte geschuldet - sie ist ja quasi erst ein "Avenger-Azubi", seit sie in "Age of Ultron" die Seiten gewechselt hat.
Sehr realistisch folgt dann ohne großartige Bewertung der Gesamtsituation eine politische Gegenreaktion, die sehr heftig ausfällt, wie wir das auch aus dem echten Leben(TM) gewöhnt sind: die "Öffentlichkeit" soll mit drastischen Maßnahmen davon überzeugt werden, dass die Politik alles im Griff hat - unterschwellig eine deutliche Kritik daran, dass die meisten Staaten mittlerweile die unbedingte Sicherheit vorziehen und keinerlei Abwägung mehr zwischen Sicherheit und Bürgerrechten vornehmen, oder überhaupt versuchen, die Situation zu untersuchen und zu bewerten.
Als Folge des Einsatzes in Nigeria soll das "Sokovia-Abkommen" in Wien bei der UN ratifiziert werden, das die Avengers unter UN-Kontrolle stellt und erreichen soll, dass die Avengers nur zum Einsatz kommen, wenn die UN es ausdrücklich befiehlt (bzw. nicht, wenn nicht). Während der König von Wakanda spricht, geschieht ein Anschlag, der König T'Chaka tötet. Sein Sohn T'Challa folgt ihm damit automatisch auf den Thron und schwört Rache. Bequemerweise gibt es Kameraaufnahmen, die nahelegen, dass Bucky Barnes den Anschlag verübt hat - man macht weltweit Jagd auf ihn. Relativ früh enttarnt sich der "Black Panther" als eben jener T'Challa, dessen Anzug aus Vibranium besteht, demselben Material wie Caps Schild.
Die Avengers entzweien sich immer mehr - überraschend stimmt Tony Stark für das Abkommen und versucht auch Rogers zu überzeugen. Cap ist allerdings nicht überzeugt und vermutet eine Intrige. Im Verlauf des Films bekommt er tatsächlich recht - es gibt ein Intrige mit dem Ziel, die Avengers aufeinander zu hetzen. Ausgelöst wird dies von einem der Hinterbliebenen, die durch die Aktionen von Ultron in Sokovia Angehörige verloren haben. Er täuscht vor, dass der "Winter Soldier" Bucky Barnes für alles verantwortlich ist, aber Cap bezweifelt dies und hilft Bucky bis zum bitteren Ende.
Abgesehen davon, dass dieser Plot gut in die Filmlogik passt, bleibt davon trotzdem unberührt, ob man wirklich eine Truppe von Superhelden mit fragwürdiger psychischer Stabilität unkontrolliert gewähren lassen sollte. Die Antwort auf diese Frage bleibt der Film schuldig, weil ja "der Rebell" Rogers irgendwie am Ende Recht behält, und trotz aller Schlüssigkeit der Handlung beim Zuschauer das Gefühl bleibt, dass beide Seiten irgendwie ein Argument haben. Vision stellt sogar die These auf, dass mit der Zunahme von "Begabten" auch die Anzahl der Angriffe steigt, weil die Existenz von besonders mächtigen Kämpfern den Anreiz zum "Kräftemessen" steigert, was in sich natürlich eine gewisse innere Logik birgt.
Die meisten Kollateralschäden entstehen übrigens beim Versuch, die "Rebellen" aufzuhalten, was in sich auch wieder eine gewisse Ironie birgt. Hätten die zwei Fraktionen der Avengers nicht so vehement gegeneinander gekämpft, wäre alles wesentlich entspannter geblieben. So wurden in Berlin und Leipzig jede Menge Straßen, Tunnels, Gebäude, Flughafenausstattung, Fahrzeuge und Flugzeuge beschädigt und zerstört - alles sehr bildgewaltig in Szene gesetzt. Trotzdem hätte man für die 3D-Variante mehr daraus machen können.
Insgesamt bleiben einige Plotelemente unbefriedigend offen: Zemo ist auf der Suche nach Beweismaterial für ein ominöses Datum "16. Dezember 1991". Nach und nach wird das Geheimnis gelüftet, aber nie wirklich erklärt, woher Zemo überhaupt wusste, wonach er zu suchen hat. Andererseits ist nun bekannt, warum es nie weitere Supersoldaten in den USA gegeben hat - das restliche Serum wurde vom Winter Soldier gestohlen und verbraucht
Auch die Logik der Einschränkung der Avengers-Einsätze ist nicht wirklich schlüssig. In Avengers 1 ist es eine außerirdische Bedrohung, hergerufen durch Loki; in Cap 2 tritt Hydra erneut ans Licht der Öffentlichkeit und will mit den neugebauten Heli-Carriern Systemfeinde eliminieren, in Thor 2 greifen die Dunkelelfen die Erde an und legen London in Schutt und Asche, nachdem Jane Foster (Natalie Portman) den "Aether" in sich aufgenommen hat, in den Iron Man-Filmen sind es Terroristen bzw. Bösewichte, im Hulk-Film sogar das Militär selbst, das nach Möglichkeiten für Supersoldaten sucht, und in "Age of Ultron" ist es ausgerechnet Tony Stark, unterstützt von Bruce Banner, der das künstliche Wesen Ultron erschafft. In dem Comics ist Ultron übrigens ein Geschöpf von Starks Konkurrent Hank Pym, dem ersten Ant-Man.
Der einzige Anlass, die Avengers zu kontrollieren, ist in "Age of Ultron", als Tony Stark selbst den Gegner in die Welt setzt. Alles andere sind unkontrollierbare Einflüsse von außen, und die Schäden bei deren Abwehr kann man nicht den Avengers anlasten.
In der Berliner Handlung taucht Martin Freeman als "Everett Ross" auf, allerdings hat er nur ein paar wenige Sätze und hofft am Ende im Gespräch mit dem inhaftierten Zemo, dass er sich tatsächlich "daneben benehmen" würde, um Gelegenheit zur Bestrafung zu bekommen. Diesen Charakterzug finde ich sehr daneben. Ob eine Verwandschaft zum Außenminister Ross (ehemals General Ross aus dem Hulk-Film) besteht, wird nicht erwähnt. Schön allerdings, dass Sherlock und Watson jetzt beide bei Marvel-Filmen mitspielen ;)
Generell in den Szenen in Deutschland gibt es Seitenhiebe auf die Bürokratie, von der ja alle Welt denkt, dass sie in Deutschland erfunden wurde: nach der Verhaftung von Rogers und Falcon werden ihre Ausrüstungsgegenstände, d.h. der Schild und das "Vogel-Kostüm" beschlagnahmt und den Verhafteten werden dafür "selbstverständlich" Quittungen ausgestellt.
Leider ist die Ausstrahlung der zeitlich parallel ablaufenden TV-Serien nur in USA wirklich synchron zur Veröffentlichung der Kinofilme. Im deutschen TV wird gerade erst die 2. Staffel von "Agents of S.H.I.E.L.D." ausgestrahlt, die ja bekanntlich in der Handlung von "Age of Ultron" kulminiert (in der Folge von gestern wird zum ersten Mal Strucker erwähnt, der in "Age of Ultron" mit Lokis Szepter und dem Gedankenstein darin experimentiert). In der 2. Staffel wird die detektivische Arbeit geleistet, durch die die Avengers erst von Struckers Aufenthaltsort erfahren und dann die Burg angreifen, was die Eingangsszene von "Age of Ultron" darstellt. In den USA läuft derzeit schon das Finale der 3. Staffel dieser Serie.
Eine weitere Remineszenz an das weit gefächerte MCU ist die Erwähnung von Peggy Carter, der Gründerin von S.H.I.E.L.D., die im zarten Alter von 95 Jahren verstirbt und von Rogers zu Grabe getragen wird. Agent 13, die in Cap 2 als "Nachbarin" auftrat, hält eine Abschiedsrede und gibt sich erst jetzt als ihre Nichte Sharon Carter (Emily Van Camp) zu erkennen. Sie hilft Rogers und Wilson, ihre Ausstattung zurückzubekommen und aus der Haft zu fliehen, um Barnes aufzuspüren. Peggy Carter (Hayley Atwell) hat mehrere Gastauftritte in der 2. Staffel von "Agents of S.H.I.E.L.D.", was damals natürlich eine Vorbereitung für ihre eigene TV-Serie "Agent Carter" war, die nun leider nach 2 Staffeln nicht weiter verlängert wird. Die "Agents of S.H.I.E.L.D." werden möglicherweise in einen weiteren Kinofilm über die "Inhumans" münden, d.h. die Wesen, deren Kräfte durch den Obelisken geweckt werden. Außerdem gibt es bei Netflix die Serien "Jessica Jones" und "Daredevil", die dann zusammen mit Luke Cage und Iron Fist die "Defenders" bilden (... werden, nehme ich an).
Das Auftauchen von Spiderman war für mich eher gekünstelt in Szene gesetzt. Wirklich geholfen hat er nicht. Der Kampf am Flughafen hat dadurch ein paar nette Szenen gewonnen, aber entscheidend war es nicht, ob er da war oder nicht. Die Szenen mit dem fliegenden Falcon und dem schwingenden Teenie Peter Parker waren sehr schön anzusehen, und auch der Humor war ok. In diesem Film-Universum hat Peter Parker seine Kräfte seit ca. 6 Monaten und Tante May ist eine erstaunlich junge, gut aussehende Frau (Marisa Tomei), die natürlich von nichts weiß. Tony Stark bringt ihm zu den Avengers und stattet ihn mit leicht verbesserter Superheldenkleidung aus. Die Spinnfäden hat Parker selbst entwickelt und Stark zollt ihm dafür viel Respekt. Die Entstehungsgeschichte von Spiderman wird vermutlich der Film "Homecoming" schildern, den wir für nächstes Jahr Juli erwarten.
Es gab nicht ganz so viele lockere Sprüche wie in den früheren Filmen. Hier ist mir im Wesentlichen ein kurzer Dialog zwischen Hawkeye und Black Widow im Gedächtnis geblieben: "Sind wir noch Freunde?" - "Kommt drauf an, wie fest Du zuschlägst.". Unerreicht bleibt immer noch der Running Gag mit "Watch your language" in "Age of Ultron", das immer wieder verwendet wird, um Cap damit aufzuziehen.
Natürlich hatte der Film als Auftakt für die Phase 3 nicht nur das Ziel, die Zuschauer zu unterhalten, sondern auch das Fundament zu legen für die weitere Handlung bis zum finalen zweiteiligen Knaller mit dem "Infinity War" gegen Thanos und seinen "Gauntlet" (Handschuh) mit den 6 Infinity-Steinen. Bis dahin werden wir uns an weiteren Filmen wie "Dr. Strange" mit Benedict Cumberbatch erfreuen, außerdem "Thor 3" mit Thor und Hulk, "Ant-Man 2" mit Ant-Man und Wasp, "Black Panther", "Guardians of the Galaxy 2" mit Kurt Russell als Quills Vater, sowie "Captain Marvel" mit einer weiteren weiblichen Superheldin, und ich hoffe auch weiterhin, dass es tatsächlich einen Solo-Film mit Black Widow geben wird und der Inhumans-Film realisiert wird, vielleicht sogar mit Sky (Daisy Johnson, "Quake").
Warum nun ein Film, der nach wenigen Wochen schon auf einen Milliarden-Umsatz hinsteuert, vom deutschen Steuerzahler noch siebenstellig bezuschusst wird (gemäß Wikipedia), kann ich nicht verstehen. "Der FilmFernsehFonds Bayern förderte den Film für digitale Effekte mit 450.000 Euro. Die Produktion erhielt von der Mitteldeutschen Medienförderung 350.000 Euro. Von der MFG Filmförderung Baden-Württemberg wurden nochmals 350.000 Euro bezuschusst."

17.05.2016

[en] Good Omens - Die Dramateure - Theatre play by Sir Terry Pratchett

[Article in German here]

Die Dramateure have done it again - performing a book by Sir Terry Pratchett on stage!

This year they didn't choose a book from the Discworld. This year the action takes place on Roundworld - that's how our world would be called on the Discworld.

There are even more distinctions: this book is co-written by Neil Gaiman who I don't appreciate that much when on his own (I've read "Underworld" and currently am stuck in the middle of "Anansi Boys") but the cooperation with STP bore something really good. The book in question is "Ein Gutes Omen" ("Good Omens") and it still is one of my favourites. I've read it 3 or 4 times and still like it very much. Others have a fond memory but on re-reading it the shine had worn off.

STP wrote quite a number of books which do not take place on Discworld, e.g. the "Bromeliad" trilogy, the "Johnny" trilogy, or books like "Dodger", "Nation", "Strata". With "Good Omens" there's still some notable cross-over from DW - it has a DEATH character with remarkable similarity and SPEECH. In this book his companion are the other apocalyptic horseman instead of the death of rats, but nonetheless there is some SIMILARITY ;-)

Like it was in the previous years, "Die Dramateure" intentionally have a very minimalistic stage scenario which can be moved around quickly. The scenery that really is there is used quite effectively to pull us into the story.

Let me jump to the conclusion right now: I liked the play very much and enjoyed myself as good as the previous years. I wasn't sure beforehand what to expect from a play with angels and demons and the 4 bikers of the apocalypse, a hospital, a quarry and a military base but they managed to transfer the plot and tempo to stage very well.


Of course you know the story: Armageddon is about to happen and the anti-christ shall grow up between men to get prepared for his role. Aziraphale and Crowley got used to the easy life on earth and each one tries on his own to put off the final battle or even to prevent it. The final battle happens but it's different from the one that the angels and demons were expecting. It takes place on a military base where a computer virus is planned to launch nuclear missiles for world war 3.

The play starts in paradise where Crawley tempts Eva and the humans are expelled. Then we have a huge time jump of about 6000 years and watch as the anti-christ is delivered (pun intended) to a hospital driven by satanic nuns, and the multiple exchanges of babies between mothers, followed by a small time jump of about 11 years, to watch a typical, carefree children's play scene in a quarry near Lower Tadfield in a long hot summer during school holidays. We encounter the witchfinder Army, consisting of two members, one of which was just recruited, the 4 apocalyptic horsemen, Agnes Nutter, who predicted everything, her grand-(etc.)-child Anathema Device, and the final scene is at the military base where world war 3 does not start.

I especially enjoyed the identical posing during the scenes where all parties are on their way to the military base. All of them use different vehicles, cars, bikes, and a scooter, and they all act identically, mimicking the posture of driver or co-driver. Hilarious! Of course there is no real vehicle involved anywhere but it looks sooo real!

The book tells a story with multiple human and super-human protagonists, where some of the humans are approximately 11 years old. If you've read the book you have certain imaginations and it's hard to watch the play where the children of 11 are played by young adults of more or less double that age. Astonishingly it works - if you can ignore the height they play their roles pretty well and some minutes into the play they are the pack called "Them" fighting against the "Johnsonites" (which are only mentioned but do not appear).

All of the actors were very relaxed. I liked the postman very much who was a minor role performed by director Jonas Milke. His appearances are short but important nonetheless: he posts the weapons and tools to the apocalyptic horsemen.

Of course the play is abridged when compared to the book, but the spirit of the story is fully there: to stay true to one's self and do the right thing even if someone is demanding something else that you don't want to do.

I missed "Dog", Adam's hell hound, but only a bit. He was mentioned by the actors but never appeared. In earlier plays there really was a puppet for the animal role (e.g. Igor had a stitched-up dog "Thcrapth" in "Carpe Jugulum"). Since the dog doesn't have a major role in the book it's not a big loss.

There was another detail which had to be updated: the book talks about cassettes which automagically turn into "Best of Queen". In the play they changed that to CDs insteads of cassettes. I think this makes sense - lots of younger people wouldn't recognize an MC or know how to use it.

Here are some photos from the play:
(shot and published with permission by Jonas Milke)


The paradise, Crawley (later Crowley) tempts Eva. Aziraphale has to expel the humans but lends them his flaming sword because "it's so cold outside and she's expecting, you know".

Crowley receives the baby that's expected to start Armageddon. You really notice that he got used to life on earth and is annoyed that the other demons do not understand "thinking big" to make thousands swear when the mobile phone network fails or there's a traffic jam. Of course there's Queen background music when he arrives ;)


In the hospital driven by satanic nuns the baby should be exchanged to the american ambassadorial family to make sure the anti-christ grows in a family with influence and power. The nuns are quite dumb and exchange the baby multiple times. This results in the baby growing up in an extremely average english family.

Aziraphale and Crowley notice they both don' want Armageddon to come.
Crowley still plays Queen in his car ;-)

Adam Young and his pack, Brian, Pepper and Wensleydale, enjoy their school holidays and speculate in the wild about aliens, robots and tibetan monks who can travel everywhere on earth by subterranean tunnels to listen to every conversation everywhere.
Adam doesn't know right now that he's got the power to make his wishes come true.

Anathema Device tries to verify another one of Agnes Nutter's premonitions who predicted "carriages without horses" hundreds of years ago.










During the break robots and tibetan monks distributed warnings to end pollution.

This follows the Dramateure's tradition of giving a hand-out to their guests - in the past years these were issues of the "Ankh-Morpork Times", this year a flyer to be more careful to Mother Earth.




Witchfinder private Newt and professional ancestor Anathema read more predictions and notice that  Agnes even predicted sex between them - but only once because time runs out and they have to leave for the military base.

The 4 horsemen of the apocalypse (pollution, death, war and famine) and the self-nominated 5th (in the book another pack of 4) horseman for "non-alcoholic beer" are on their way to the same location. The 5th horseman receives a Darwin Award by dying in a very dumb way.

Crowley is heading there, too, in his Bentley.

... and Witch finder Seargant Shadwell with Madame Tracy on her scooter.

Anathema and Newt got the interpretation right on Agnes's predictions and head to the mililtary base, too.

As do Adam and the "Them" on their bikes. Adam has realized that he doesn't want to be a tool to mass destruction and genocide, especially not if his own little home town is affected by this, too.

Adam and the "Them" fight against the 4 horsemen with sword, scales and crown. Obviously you can't win against death, but that was to be expected. Death does not fight at all, he simply retreats.

Adam talks about destination and personal strife for luck.









 



Applause was again long and well-earned. Kudos from me too for this year's play.











I'm absolutely looking forward to the choice of STP's book for next year's stage appearance.